18. Januar 2026
Lesezeit 14 Min.
Additive Fertigung
Beste technische Sauberkeit in der additiven Fertigung
Additive Fertigung | 3D-Druck Erfolge
18. Januar 2026
Lesezeit 14 Min.
Additive Fertigung | 3D-Druck Erfolge
Additive Fertigung

Beste technische Sauberkeit in der additiven Fertigung

Additive Fertigung steht für Gestaltungsfreiheit und technologische Innovation – und bringt klassische Reinigungsverfahren an ihre Grenzen.
MAFAC beweist für einen führenden Hersteller additiv gefertigter Hochleistungsbauteile, dass sich auch in diesem Zukunftssektor mit entsprechend zukunftsgerechten Technologien perfekte Reinigungsergebnisse erzielen lassen.

Neuland betreten? Für uns Alltag. Jede Branche, jedes Projekt bringt neue Geometrien, Materialien und Prozessbedingungen mit sich. Entscheidend ist, sich darauf einzulassen. Zu analysieren, zu entwickeln und zu testen, bis unsere Reinigungslösung überzeugende Fakten schafft.

Lukas Baier, Head of Global Service & Industrial Solutions MAFAC

Ein weisses, ungereinigtes 3D-DruckBauteil, das auf einem Häufchen 3D-Druckpulver liegt

Neue Anforderungen an die industrielle Reinigung 
In der Additiven Fertigung entstehen Komponenten, die sich grundlegend von konventionell gefertigten unterscheiden. Während klassische Verfahren durch Werkzeuggeometrien und Bearbeitungsschritte begrenzt sind, heben die verschiedenen Verfahren der Additiven Fertigung diese Einschränkungen weitgehend auf.
Sie eröffnen völlig neue Möglichkeiten: bionisch inspirierte Strukturen, innere Gittergeometrien oder multifunktionale Bauteile. Das Ergebnis sind leichtere, stabilere und effizientere Produkte, die mit traditionellen Methoden nicht realisierbar wären. 

Doch mit den neuen Möglichkeiten wächst auch die Herausforderung, die innovativen Produkte reproduzierbar zu reinigen. Pulverreste, Sinteranhaftungen und filmische Rückstände setzen sich tief in Mikrostrukturen, haften an Oberflächen oder lagern sich in schwer zugänglichen Bereichen ab. Klassische Reinigungsverfahren stoßen hier schnell an physikalische Grenzen.

Vor allem in sicherheitsrelevanten Anwendungen, bei nachfolgenden Beschichtungen oder funktionellen Oberflächen zählt absolute Sauberkeit. Was bisher fehlte, war ein stabiler, validierbarer Prozess, der sich automatisieren, dokumentieren und in die Qualitätssicherung integrieren lässt. 
Genau diese Lücke wollte ein führender Hersteller additiv gefertigter Hochleistungsbauteile schließen.

Automatisiert Entpulvern, Reinigen und Trocknen in der additiven Fertigung mit MAFAC Technologien

Additive Fertigung mit System – von Pulver bis Oberfläche
Das Unternehmen gehört zu den technologischen Vorreitern im industriellen 3D-Druck und hat das Verfahren des selektiven Laserstrahlschmelzens – Laser Powder Bed Fusion (LPBF) – konsequent weiterentwickelt. Die digitale Fertigung umfasst zehn Lasersintersysteme, eine Forschungsplattform für 3D-Druck, ein eigenes chemisches Glättungsverfahren sowie spezialisierte Bereiche für Beschichtung und Lackierung.

Gefertigt werden hochkomplexe Leichtbaustrukturen mit innenliegenden Medienkanälen und funktionalen Schnittstellen – monolithische Komponenten, die Grenzen klassischer Produktion überwinden. Die verwendeten Werkstoffe reichen von Hochleistungskunststoffen wie PA12, PA11 oder TPU bis zu Spezialmaterialien mit besonderen thermischen und chemischen Eigenschaften.

Je nach Anwendung werden die Bauteile farblich veredelt oder optisch angepasst, bevor sie in der Nachbearbeitung und Montage präzise weiterverarbeitet werden. Grundlage dieser Fertigungstiefe ist eine mehrstufige Qualitätssicherung, die vom Pulvermanagement über den Bauprozess bis zur Oberflächenveredelung reicht. Ein Prozessschritt, der bislang noch nicht nahtlos in die additive Fertigungskette passte: die Reinigung.

Komplexes 3D-gedrucktes Hochleistungsbauteil mit innenliegenden Kanälen nach Laserstrahlschmelzen
Blick von oben auf ein mit Reinigungsbecken, in dem 2 Hände ein 3D-Druck-Bauteil durch Absaugung reinigen

Von der Analyse zu den passenden Technologien 
Dass Reinigung in der digitalen Prozesskette des Kunden ein offener Punkt ist, versteht MAFAC als Ansporn. Im Vorfeld analysiert das Unternehmen die spezifischen Anforderungen der Additiven Fertigung – Werkstoffe, Geometrien, typische Rückstände, Nachbearbeitung.

Die Zusammenarbeit mit dem Kunden verläuft von Beginn an partnerschaftlich. Gemeinsam werden Musterteile untersucht, kritische Bereiche identifiziert und verschiedene Reinigungsstrategien bewertet. Dabei zeigt sich schnell: Herkömmliche Verfahren stoßen an Grenzen. Entscheidend ist, die Reinigung präzise auf Geometrie, Material und Rückstandsart abzustimmen – bei maximaler Prozesssicherheit und gleichbleibender Qualität.

Nach umfangreichen Tests wählt MAFAC zwei der inhouse entwickelten, patentierten Technologien aus, ergänzt durch Ultraschall. Bei der MAFAC Vektorkinematik rotieren Korb und Spritzsystem, während das Düsenrohr zusätzliche Schwenkbewegungen ausführt. Durch die wechselnden Auftreffwinkel steigt die Reinigungswirkung deutlich gegenüber starren Systemen. 

Auch beim Flutreinigen sorgt die erhöhte Strömungsturbulenz für eine intensivere Wirkung; zugleich unterstützen die bewegten Düsen eine gleichmäßige, schnelle Trocknung. Das Verfahren MAFAC VAP (Vacuum Activated Purification) ergänzt diesen Effekt: Durch die gezielte Abfolge von Unter- und Überdruck im Reinigungsbad entstehen Strömungen, die selbst feinste Bohrungen und verzweigte Kanäle sicher durchspülen.

Alle Prozessparameter – Druck, Temperatur, Medienqualität und Zeit – lassen sich exakt steuern, speichern und bei Bedarf auf neue Geometrien oder Werkstoffe anpassen. So bleibt die Prozessqualität reproduzierbar, und die Ergebnisse erreichen konstant ein hohes Niveau.
In weiteren Versuchsreihen mit Originalbauteilen überprüft MAFAC die Wirksamkeit der gewählten Konfiguration. Unterschiedliche Werkstoffe und Geometrien werden analysiert, Parameter feinjustiert und Ergebnisse dokumentiert. Auf dieser Basis entsteht ein stabiler und auditierbarer Reinigungsprozess, der sich nahtlos in die digitale Fertigung des Kunden integriert – und zeigt, welches Potenzial die Kombination aus Additiver Fertigung und innovativen Reinigungstechnologien eröffnet.

Blick von der Seite auf eine Reinigungssituation, in der 2 Hände ein 3D-Druck-Bauteil durch Absaugung reinigen

Als Vorreiter in der Additiven Fertigung entwickeln wir unsere Technologien und Prozesse konsequent weiter. Auch dort, wo bisher keine Standards existieren. Die industrielle Reinigung war ein solcher Bereich. MAFAC hat dieses Thema mit derselben Offenheit und Präzision angegangen, mit der wir Innovation verstehen. Das Ergebnis überzeugt – technisch und partnerschaftlich.

Fazit des Kunden

Das Ergebnis – saubere Leistung, neue Perspektiven
Das Resultat spricht für sich: Innenliegende Strukturen und komplexe Geometrien der 3D-gedruckten Produkte und Komponenten lassen sich reproduzierbar und materialschonend reinigen. Ohne manuelle Nacharbeit, mit geringerem Prüfaufwand und deutlich kürzeren Durchlaufzeiten. Die additive Prozesskette ist erstmals vollständig geschlossen.

Auch MAFAC zieht eine positive Bilanz. Das Projekt liefert wertvolle Erkenntnisse für künftige Anwendungen und zeigt, wie flexibel sich die Technologien und das Know-how auf neue Branchen übertragen lassen. Denn Standardlösungen gibt es bei MAFAC weder hier noch in anderen Anwendungsfeldern – jede Aufgabenstellung erfordert eine individuelle Kombination aus Reinigungsanlage, Verfahren und Prozessgestaltung.

Der Beitrag hat Ihr Interesse geweckt und Sie möchten wissen, wie sich auch Ihre innovativen Produkte sicher und zukunftsfest reinigen lassen?

Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gern.
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