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China trifft Schwarzwald: Praktikantin unterstützt das Alpirsbacher Unternehmen bei internationalen Marketing-Maßnahmen

Alpirsbach, im Juli
Ein Wecker klingelt. Es ist 6.30 Uhr am Morgen. Eine junge Chinesin schwingt ihre Beine aus dem Bett. Zeit, aufzustehen. Wenige Zeit später verlässt sie schon das Haus. Draußen wartet eine Arbeitskollegin im Auto auf Charlotte Zhang, die seit April im Alpirsbacher Unternehmen MAFAC ein 5-monatiges Praktikum absolviert.

Vor über einem Jahr tauschte Charlotte, die eigentlich Jiarong heißt, ihre Heimat- und Studienstadt, die Millionenmetropole Shanghai, gegen die bayrische Stadt Bayreuth ein, deren Universität mit der Shanghai International Studies University kooperiert. „So kam ich nach Deutschland und konnte nach meinem Bachelor in Germanistik einen Master in BWL machen“, berichtet Charlotte. Sie spricht ruhig und bedacht. Eine Initiativbewerbung für einen Praktikumsplatz war es schließlich, die sie in den Schwarzwälder Ort Alpirsbach führte. „Ich habe mich einfach bei MAFAC beworben und nach kurzer Zeit schon eine Zusage bekommen“, freut sich die 24-Jährige.

Inzwischen ist es 8 Uhr und für Charlotte beginnt der Arbeitstag. Nachdem die Praktikantin ihre Kollegen begrüßt hat, macht sie sich eine Tasse Tee und fährt den Rechner an ihrem Platz hoch. Sie genießt es, dass man in Deutschland etwas gemächlicher in den Tag starten kann. Ganz anders in China: „Da wird von früh morgens bis spät abends durchgepowert“, erzählt Charlotte. Einige Zeit später steckt ein Mitarbeiter den Kopf zur Türe herein: „Charlodde, denksch du dran, dass in zehn Minude unser Meeding isch?“ Inzwischen hat sich die Chinesin etwas besser an das Schwäbische gewöhnt, doch sie räumt ein: „Wenn jemand sehr schnell spricht oder mit starkem Dialekt, dann ist es schwierig für mich, alles zu verstehen.“

11 Uhr. „Meeding“. Charlotte klärt zehn Kollegen in einer amüsanten wie informativen Präsentation über chinesische Gepflogenheiten auf. „Wenn euch beim Essen die Nase läuft: Verkneift euch das Schnäuzen am Tisch. Das kommt bei euren chinesischen Geschäftspartnern nicht gut an.“ Neben Aufgaben im Marketing bringt die BWL-Studentin ihren Kollegen bei, was es bei einem Geschäftsmeeting in China zu beachten gilt. MAFAC ist auf dem chinesischen Markt schon vertreten, das Unternehmen will aber seine Position dort weiter ausbauen. Und Charlotte glaubt an das Potential:

„Zum Beispiel könnten chinesische Automobilbauer diese Maschinen sehr gut brauchen.“

Ihr Vortrag kommt an bei den Kollegen, sie sind begeistert von der Präsentation ihrer chinesischen Praktikantin. „Wir können so viel von ihr lernen und unsere strategische Arbeit in China viel besser planen“, sagt Bettina Kern, Leiterin Marketing bei MAFAC.

Um 17 Uhr verlässt Charlotte mit einer Kollegin das Firmengebäude. Jetzt geht’s zum Tanzen! Ihre Leidenschaft für Zumba hat die Chinesin in Deutschland entdeckt. Da trifft es sich gut, dass im nahegelegenen Peterzell Kurse angeboten werden. Und wenn mal kein Sport auf dem Programm steht? „Dann gehe ich gerne Spazieren. Die Landschaft ist so schön. Es ist ruhig hier und die Luft ist frisch,“ sagt Charlotte. Nach kurzem Zögern fügt sie schmunzelnd hinzu: „Auch wenn ich vorhabe, nach meinem Studium in Deutschland zu bleiben: Manchmal fehlt mir Shanghai mit all dem Lärm.“

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Beim Alpirsbacher Unternehmen MAFAC macht die 24-jährige Chinesin Charlotte Zhang ein halbjähriges Praktikum.