MAFAC in der Fachpresse
Reinigungsanlage mit hohem technischem Know-How
» Oktober 2011
Aluminium Praxis, Giesel Verlag GmbH, Ausgabe 10/2011
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Bei der Firma Stöber Antriebstechnik GmbH & Co. KG in Pforzheim ist man überzeugt, dass eine zuverlässige Teilereinigung zum Standard im industriellen Fertigungsprozess gehört. Deshalb wurde 2005 das auf wässriger Basis arbeitende Ein-Bad-System Java der Mafac Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Alpirsbach, angeschafft. Seither werden täglich an die 500 Stahl- und Gussteile unterschiedlicher Größenordnung in der bei Stöber installierten Spritz-Flut-Anlage Java gereinigt, nachdem der Fertigungsprozess abgeschlossen ist und bevor mit der Montage begonnen wird.
2008 feierte die Firma Stöber Antriebstechnik ihr 75-jähriges Bestehen. Die Pforzheimer blicken auf eine Firmengeschichte zurück, welche von einer mechanischen Werkstatt hin zu einem weltweit führenden Hersteller innovativer Antriebstechnologie, vorrangig für den Maschinenbau, führte. In den Anfangsjahren waren es drehzahlverstellbare Getriebe, mit denen sich Stöber einen Namen machte. Heute gilt das Unternehmen, das in der dritten Generation als Familienunternehmen geführt wird, als einer der führenden Hersteller und Entwickler von antriebstechnischen Komponenten, wie Getrieben, Motoren, digitalen Umrichtern, Geräte- und Anwendersoftware. Vor allem die volldigitalen Servoachsen und Servowinkelgetriebe haben Stöber eine herausragende Marktstellung in Sachen Antriebstechnologie gesichert. Auf einer Vielzahl internationaler Märkte agiert das Unternehmen mit seinen rund 500 Mitarbeitern als Systemlieferant, der innovative, kundenspezifische Lösungen anbietet. Zum Hauptkundenkreis zählen führende Hersteller der Verpackungs-, Automations- und Roboterindustrie sowie der Werkzeugmaschinenbranche. „Weil Mafac für Reinigungsanlagen mit hohem technischem Know-how bekannt ist“, so Geschäftsführer Andreas Thiel, wurde das Ein-Bad-System des Alpirsbacher Experten für industrielle Reinigungsmaschinen bei Stöber in Pforzheim installiert. Gereinigt werden in der Anlage Stahlund Gussteile mit einem Gewicht von 200 g bis hin zu 15 kg. Die meisten der zu reinigenden Werkstücke sind rotationssymetrische Teile wie Wellen und Gehäuse, die mit unterschiedlichen Bohrungen versehen sind. Sie weisen nach der mechanischen Bearbeitung Verschmutzungen in Form eines feinen Ölfilms auf, der vor der Montage abgereinigt werden muss.
Effektiver Reinigungsprozess mit patentiertem Verfahren
Die Laufzeit der Java-Anlage während der Reinigung liegt bei 10 min. Für den Reinigungsprozess werden die Werkstücke in das Korbaufnahmesystem eingelegt und durch einen Deckel stabilisiert. Eine weitere Fixierung ist nicht notwendig, da das Korbaufnahmesystem während der gesamten Reinigung wippt. Die von den Mafac-Technikern entwickelte und patentiere Verfahrenstechnik, bei der das Korbaufnahmesystem zu dem gegenoder gleichläufig rotierenden Spritzsystem wahlweise wippen oder rotieren kann, kommt bei Stöber voll zum Einsatz. „Wir sind sehr zufrieden. Wir erreichen mit dem Wippen ein optimales Reinigungs- und Trocknungsergebnis. Somit ist die Nutzung der Rotation nicht notwendig, denn dafür müssten wir die Werkstücke in dem Korbsystem in spezielle Vorrichtungen einspannen“, sagt Andreas Thiel.
Der zehnminütige Reinigungsprozess ist zu gleichen Teilen in eine Reinigungsund eine Trocknungsphase untergliedert. Während der Nassphase rotiert das allseitig wirkende Spritzsystem um das wippende Korbaufnahmesystem. Zudem wird die Reinigungskammer bis zur Hälfte geflutet. Dabei rotieren und spritzen die Düsen des Spritzreinigungssystems sowohl in der Unter- als auch in der Überwasserphase. Die anschließende Trocknungsphase, die wie die Reinigung 5 min dauert, erfolgt mittels eines Düsen- Impuls-Blassystems. Über ein rotierendes Trocknungssystem, das auf einem separat zum Spritzsystem angelegten Prozesskanal verläuft, werden die Werkstücke impulsartig mit Heißluft abgeblasen. Auch hierbei wippt das Korbaufnahmesystem.
Die Badstandzeiten der in der Regel bei Stöber im Ein-Schicht-Betrieb laufenden Java-Reinigungsanlage liegen bei zwei Monaten. Dem circa 500 l fassenden Reinigungsbad ist ein Reinigungsmedium in fünfprozentiger Konzentration zugegeben. Wöchentlich wird die Qualität des Reinigungsbades überprüft. Entsprechend der festgestellten Messergebnisse wird der Badinhalt gewechselt. Die Anlage ist mit einem Koaleszenzabscheider mit Oberflächenskimsystem ausgerüstet. Die so an der Badoberfläche abgeschöpften Öle und Fette werden in einem separaten Behälter gesammelt. Des Weiteren ist die Reinigungsanlage mit einer Spänefiltration im Rücklauf ausgestattet. Alle Mitarbeiter, die in der Abteilung tätig sind, beschicken die Anlage, die wie alle anderen Mafac-Anlagen mit einer bedienerfreundlichen Steuerung versehen ist. Als Besonderheit wurde die bei Stöber installierte Anlage mit einem Transportsystem aufgerüstet, dessen Projektierung ebenfalls die Mafac-Spezialisten übernahmen.



